Meine Betrachtungen zur AV-Branche


Als ich 1988 in die AV-Branche geriet, hatte ich ehrlich gesagt keine Ahnung, was mich erwartet. Wie viele andere begann ich aber schnell, die Gemeinschaft in der Branche zu schätzen, und war bald von Menschen umgeben, die von einer großen Leidenschaft für Technologie angetrieben sind und danach streben, ihren Kunden und der Allgemeinheit ausgezeichnete Produkte und herausragende Erfahrungen zu liefern.   

Ich fing als Einsteigerin auf unterer Ebene an und entwickelte mich dank guter Anleitung und über die Jahre gesammelter Erfahrung zu einer vielseitigen Führungskraft. Mein persönlicher und beruflicher Werdegang wurde maßgeblich von den Menschen befördert, mit denen ich glücklicherweise zusammenarbeiten durfte. Ich werde den Menschen, die ihre Zeit und Energie investiert haben, um mich in meiner Entwicklung zu unterstützen, immer verbunden sein. Diese Liste ist endlos, und ich beobachte jeden Tag aufs Neue, dass so viele Menschen bereitwillig ihre Zeit und Kraft darin investieren, andere zu fördern und ihnen bei ihrer beruflichen Weiterentwicklung zu helfen. 

Die Technologie ist weit fortgeschritten

Ich erinnere mich an die Anfangszeit, als ich es kaum erwarten konnte, mein erstes Videokonferenzsystem in der Praxis zu erleben, und fest damit rechnete, dass die Qualität der einer Fernsehübertragung entsprechen würde. Es war verblüffend, wie weit ich danebenlag! Wir waren an einem Kundenstandort mit CLI-Codec, und als wir uns mit der Gegenstelle verbunden hatten, war es eine große Enttäuschung – ich kannte die Person an der Gegenstelle, doch die Bildauflösung war so schlecht, dass ich sie kaum erkennen konnte.

Wenn ich die damalige Zeit mit unserem heutigen Stand vergleiche, ist es unglaublich zu sehen, wie weit die Technologie sich entwickelt hat. Die großen Codec-Systeme waren teuer und schwierig zu beschaffen, und die Installation und Nutzung waren kompliziert. Heutzutage ist beinahe jeder Anruf, den ich mache, irgendeine Art von Videoanruf.

Video ist mittlerweile überall, ist einfach zu handhaben und Teil unseres Alltags geworden – am Arbeitsplatz genauso wie im privaten Bereich. Es ist wunderbar mitzuverfolgen, wie diese und andere Technologien herangereift sind und damit die Anwendererfahrung im täglichen Leben verbessert haben. Sie helfen wirklich dabei, Beziehungen aufzubauen, zu vertiefen und zu pflegen. Als ich vor Kurzem die ISE 2022 im spanischen Barcelona besuchte, entdeckte ich in der Lobby meines Hotels jemanden, den ich bisher nur aus Videoanrufen kannte, und trotzdem wusste ich auf den ersten Blick, dass er es war. Es ist erstaunlich, wie weit wir gekommen sind, und ich bin gespannt darauf, wie es weitergeht.

Es gibt noch Raum für Verbesserungen

Es gibt allerdings einen Bereich unserer Branche, der mit diesem Fortschritt nicht mitgehalten hat. Obwohl ich stets viel Energie und Tatkraft auf diesen Bereich fokussiert habe, sehe ich bei meinem Ausscheiden aus unserer Branche nicht den Grad oder den Tiefgang des Wandels, den ich mir für den Zeitpunkt meines Abschieds erhofft hatte. Ich spreche von D&I (Diversität und Inklusion), und genauer gesagt davon, wie wir mehr Frauen in die AV-Branche bringen können.

Mein Engagement und meine Leidenschaft für dieses Thema wurden im Jahr 1989 geweckt, als ich zu einer Podiumsdiskussion der AES-Tagung eingeladen wurde, bei der es um „Frauen in der Audiobranche“ ging. Gemeinsam mit fünf weiteren Frauen auf dem Podium betrachteten wir die damaligen Statistiken und die Wege, die uns alle in diese Branche geführt hatten, und diskutierten darüber, wie mehr Frauen für die Medientechnikbranche gewonnen, geschult und gefördert werden könnten. Damals lagen die Zahlen im unteren einstelligen Bereich. Heute sind wir im unteren zweistelligen Bereich angekommen. Ja, das ist ein Fortschritt, aber es reicht nicht. Wir müssen besser werden - als Menschen, Teams, Unternehmen – und als Branche.

Ich kann auf eine lange Karriere zurückblicken, von der ich fast jeden Augenblick genossen habe, und ich habe in den letzten beiden Jahren einen enormen Zuwachs an Frauen in der AV-Branche beobachtet. So ist der AVIXA Women’s Council heute der größte Ausschuss im AVIXA-Verband. Trotzdem hatte ich gehofft, dass wir weiter wachsen und uns auf ein Verhältnis von mindestens 50/50 zubewegen würden, bevor ich die Branche verlasse. Es gibt heute in der Tat ein zunehmendes Bewusstsein und Interesse für dieses Thema, viele Verbündete und große Unterstützung, und ich werde unsere Branche weiterhin vom Spielfeldrand aus anfeuern.

Ich möchte schließen mit einem riesengroßen Dankeschön an Sie alle, für die Unterstützung, die Sie mir und meinen Bemühungen während meiner gesamten Laufbahn entgegengebracht haben. Ich habe mich in der Branche willkommen gefühlt, und ich danke Ihnen dafür! Maya Angelou hat es am besten ausgedrückt: „Ich habe erfahren, dass Menschen vergessen, was du gesagt hast, sie vergessen, was du getan hast, aber die Menschen vergessen nie, welches Gefühl du ihnen gegeben hast.“

3 responses to “My Reflections on the AV Industry

  1. I can’t believe your leaving! You are an amazing person and the industry will be loosing a great part of it. Best wishes in your next adventure!

  2. Cory, you have given so much to so many people in the industry. I am so grateful for the opportunities we have had to work together, and for our friendship that grew from our business partnerships. You always seem to show up at the right time with wise words and encouragement. Thank you for your leadership, and mentorship, you will leave some big empty boots to fill.

  3. And you made me feel welcomed and supported from the moment I met you. It has been such an honor serving with you on the AWC SoCal group and getting to say I worked with you here at QSC (even if that was ever so briefly). I will miss you so much in the industry. But I do know this is not goodbye but simply, I’ll see you later because you will always be part of my “tribe”. Thanks for everything!

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